PRÄAMBEL

Also lautet der Beschluss:
daß der Mensch was lernen muß.
Nicht allein das Abc
bringt den Menschen in die Höh`,
nicht allein in Schreiben, Lesen
übt sich ein vernünftig Wesen;
nicht allein in Rechnungssachen
soll der Mensch sich Mühe machen,
sondern auch der Weisheit Lehren
muss man mit Vergnügen hören

Wilhelm Busch (1865)
Max und Moritz – Vierter Streich

1. Die Ausgangslage unserer Schule

Unser Förderzentrum liegt im Ortsteil Wiesenfeld der Stadt Glinde. Das Schulgebäude befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grundschule und Gemeinschaftsschule Wiesenfeld. Der Hort Löwenzahn wurde mit Erstellung des Neubaus dem Gebäude unserer Schule angegliedert. Unsere Schülerinnen und Schüler kommen aus Glinde sowie den umliegenden drei Gemeinden, die zum Einzugsbereich des Förderzentrums gehören. Sie werden uns von fünf Grundschulen und drei Gemeinschaftsschulen zum Aufnahmeverfahren gemeldet. Die Schülerzahl beträgt zur Zeit 242 Schülerinnen und Schüler, davon werden 37 Schüler/innen an der Stammschule in jahrgangsübergreifenden Klassen unterrichtet, 206 Schüler/innen in präventiven und integrativen Maßnahmen an fünf Grund- und drei Gemeinschaftsschulen. Im Stammhaus untergebracht ist auch die Trainingsklasse, ein Gemeinschaftsprojekt der Grundschule Wiesenfeld, dem Förderzentrum sowie dem Kinderhaus Glinde. Unser Kollegium besteht derzeit aus 26 Lehrkräften und 3 Lehrkräften im Vorbereitungsdienst, sowie einer engagierten Sekretärin. Durch den hohen Anteil der integrativen und präventiven Maßnahmen unterrichten die meisten Kollegen/innen an mehreren Schulen.

1.1 Räumliche Voraussetzungen

Im Januar 2010 konnten wir unseren Neubau beziehen, der nun endlich die notwendigen Voraussetzungen, um Schüler/innen mit umfassendem sonderpädagogischen Förderbedarf zu beschulen, hervorragend erfüllt:

  • 5 Klassenräume mit angrenzenden Gruppenräumen
  • Fachräume: schallisolierter Musikraum, Lehrküche, Kunst- und Naturwissenschaftsraum, PC-Raum 
  • Fachräume: schallisolierter Musikraum, Lehrküche, Kunst- und Naturwissenschaftsraum, PC-Raum
  • große Pausenhalle mit Tischkicker und Billardtisch
  • Toiletten auf jeder Ebene, ein behindertengerechtes WC mit Dusche
  • Fahrstuhl

Der Technikunterricht findet weiterhin im Gebäude der Gemeinschaftsschule statt.

Die 3-Felder-Sporthalle und der umgestaltete Sportplatz werden von der Gemeinschaftsschule, der Grundschule Wiesenfeld und unserem Förderzentrum gemeinsam genutzt. In der Mensa auf dem Schulgelände besteht ein Essensangebot. Die Mensa mit ihrer Bühne bietet zudem Platz für größere Schulveranstaltungen. Der Schulhof wird gemeinsam mit der Gemeinschaftsschule Wiesenfeld genutzt.

Im Bemühen um aktive Pausengestaltung stehen den Schülerinnen und Schülern eine Tischtennisplatte, ein Basketballkorb sowie diverse Kleingeräte zur Verfügung. Der Schulhof soll weiter nach den Bedürfnissen unserer Kinder uns Jugendlichen gestaltet werden.

1.2 Arbeitsfelder der Wilhelm-Busch-Schule als Stammschule

  • Verkehrserziehung
  • Umwelterziehung
  • Projektunterricht
  • Arbeit am Computer/Tablet
  • Suchtprävention
  • Betriebspraktika, Berufsvorbereitung
  • Projektwochen
  • Arbeitsgemeinschaften
  • Lernen an außerschulischen Orten, Wandertage, Klassenfahrten
  • Sport- und Spielfeste, Klassen- und Schulfeste
  • Elternarbeit
  • Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen (ASD, Kinderhaus etc.)
  • Fortbildungen
Förderzentrum
  • Integrative Maßnahmen
  • Beratung von Regelschulen und Eltern in sonderpädagogischen Belangen
  • Beratungskompetenz im Bereich Erziehungshilfe
  • Beratungskompetenz im Bereich Sprach- und
    Kommunikationsstörungen 
  • Beratungskompetenz im Bereich Körperbehindertenpädagogik
  • Händigkeitsberatung
  • Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen
Ausbildungsschule
  • Stammschule
  • Grundschulen
  • Gemeinschaftsschulen

1.3 Die Schülerinnen und Schüler

Die Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Busch-Schule sind aus vielfältigen Gründen in ihrem Lernen beeinträchtigt und benötigen deshalb eine besondere pädagogische Förderung. Im Bereich der Lernschwierigkeiten sind vermehrt Defizite in der Wahrnehmung und hier besonders in der Grafo- und Psychomotorik festzustellen.

Extreme Verhaltensauffälligkeiten treten zunehmend häufiger auf.

Zurzeit besuchen 37 Kinder und Jugendliche in vier jahrgangsübergreifenden Klassen die Stammschule. Insgesamt besuchen mehr Jungen als Mädchen das Förderzentrum.

Weitere 206 Schülerinnen und Schüler werden präventiv und integrativ beschult. Hier werden auch Kinder nach ihren individuellen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten in den Bereichen Lernen, Sprache (i.d.R. zielgleich), körperliche und motorische Entwicklung (i.d.R. zielgleich), geistige Entwicklung, sowie emotionale und soziale Entwicklung durch die Lehrkräfte der Wilhelm-Busch-Schule unterrichtet.

1.4 Das Personal

1.4.1 Lehrerinnen und Lehrer

Die Arbeit mit Kindern mit unterschiedlichen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten wie Lernen, Sprache, körperliche und motorische Entwicklung, geistige Entwicklung, autistisches Verhalten sowie Kindern und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt der emotionalen und sozialen Entwicklung setzt besondere Qualifikationen der bei uns arbeitenden Pädagogen voraus. Die Lehrkräfte unserer Schule haben sich durch das Studium der Sonderpädagogik sowie durch berufsbegleitende Zusatzqualifikationen speziell für diese Arbeit qualifiziert. Fortbildungsangebote werden genutzt.

Zurzeit unterrichten 29 Lehrkräfte im Rahmen der unterschiedlichen Förderzentrumsschwerpunkte an der Wilhelm-Busch-Schule. Viele der Kolleginnen und Kollegen arbeiten in Teilzeit.

Das noch recht kleine Kollegium macht es uns möglich, schülerbezogene sowie schulrelevante Entscheidungen im Team zu fällen. Schwierigkeiten bereitet der intensive Austausch mit den ausschließlich in Integrationsmaßnahmen arbeitenden KollegInnen. Durch einen fest eingerichteten Tagesordnungspunkt auf jeder Lehrerkonferenz sowie eigenen Integrationskonferenzen versuchen wir dem entgegenzuwirken.

Viele der sonderpädagogischen Fachrichtungen sind an unserer Schule vertreten, so dass entsprechende fachrichtungsspezifische Beratungen durchgeführt werden können.

1.4.2 Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der Schulverband Wiesenfeld wird in der pädagogischen Arbeit durch eine Sozialpädagogin unterstützt. Die Zusammenarbeit mit dem Kinderhaus hat sich durch das Modellprojekt „Trainingsklasse“ verändert. Statt der Unterstützung für einige Unterrichtsstunden ist eine sozialpädagogische Fachkraft des Kinderhauses sowie eine Grundschullehrkraft nun fest in die Trainingsklasse eingebunden. Einige Schülerinnen und Schüler werden durch eine Schulbegleitung unterstützt. Von Montag bis Donnerstag findet eine Hausaufgabenbetreuung im Anschluss an den Unterricht statt.

1.4.3 Verwaltung

Sekretärin: Gabriele Meyer

Hausmeisterteam: Jens Degenhardt, Willi Tissen und Christopher Nzegwu 

2. Die Leitlinien unseres Handelns

Der Besuch einer Förderschule ist häufig mit einer Stigmatisierung zum „Sonderschüler“ verbunden. Um dieser entgegenzuwirken, basiert unser Handeln auf einer ganzheitlichen Förderung der Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schülern. Grundkonsens in der Wilhelm-Busch-Schule ist es daher, in einer Atmosphäre der Geborgenheit die Fähig- und Fertigkeiten zu fördern und zu fordern. Hieraus resultieren folgende Leitlinien unserer unterrichtlichen Erziehungsarbeit:

  • Akzeptanz ihrer inneren und äußeren Konflikte
  • Raum für Konfliktprävention, Konfliktintervention und Konfliktlösung
  • Raum für Gewalt- und Suchtprävention
  • Erziehung zu Toleranz und Rücksichtnahme
  • individualisiertes Lernen und Arbeiten in kleinen Lerngruppen
  • Akzeptanz und Wertschätzung von Leistungen auch bei geringsten Leistungszuwächsen sowie der gesamten Persönlichkeit durch eine intraindividuelle Beurteilung
Zielvorstellungen:

Um den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen unserer Schule in diesem Sinne gerecht zu werden, bedarf es einer entsprechenden Gestaltung von Fach-, Gruppen-, Ruhe- und Pausenräumen sowie des Pausenhofes.

Im Folgenden wird auf drei tragende Säulen näher eingegangen.

2.1 Individuelles Fördern und Fordern

Aufgrund der unterschiedlichen Lernausgangslagen der Schülerinnen und Schüler sowie den daraus resultierenden individuellen Lern- und Entwicklungsprozessen sind differenzierende und individualisierende Unterrichtsmaßnahmen unerlässlich. Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler finden durch die meist niedrigen Klassenfrequenzen engen, persönlichen Kontakt zueinander. Die Lernausgangslage des einzelnen Schülers kann auf diese Weise ganzheitlich erfasst werden. Die daraus resultierende individuelle Förderung ermöglicht es dem Einzelnen, wieder Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit zu finden, sein eigenes Arbeitstempo sowie eine entsprechende Arbeitshaltung zu entwickeln. Ein nach Leistungsstufen gegliedertes Kurssystem im Fach Mathematik soll den Individualisierungsprozess unterstützen. Soweit das soziale Gefüge einer Lerngruppe es zulässt, sollten diese Ziele durch den Einsatz offener Unterrichtsformen erreicht werden. Die regelmäßige Hausaufgabenhilfe nach Schulschluss flankiert diese Maßnahmen.

Seit dem Schuljahr 2018/19 nutzen wir verstärkt die Möglichkeiten der Digitalisierung zur individuellen Förderung. Jedem Schüler und jeder Schülerin wird von der Schule ein eigenes iPad zur Verfügung gestellt. Neben dem hohen motivierendem Faktor, den dieses Gerät per se mit sich bringt, bieten verschiedene Apps eine Vielzahl von Möglichkeiten den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schülerschaft gerecht zu werden.

Übergeordnetes Ziel dieser Individualisierung ist die Befähigung des Einzelnen, wieder am Lernprozess einer Gruppe teilnehmen zu können. Individuelles Fordern bedeutet in diesem Zusammenhang einerseits, die Einhaltung von Gesprächs- und Gruppenregeln einzufordern, anderseits das Erkennen und Arbeiten an der persönlichen Leistungsgrenze zu trainieren und auszuhalten.

Vermehrte Doppelbesetzung in größeren Jahrgangsklassen, sowie der Einsatz weiterer personeller Unterrichtshilfen sind wünschenswert, um im Unterricht stärker zu differenzieren und zu individualisieren.

2.2 Suchtprävention

Das Risiko erhöhten Suchtmittelkonsums und Suchtgefährdung im Bereich der digitalen Medien ist für die Gruppe der Förderschüler im Vergleich zu Regelschülern um ein Vielfaches erhöht. Kinder und Jugendliche unserer Schulform sind in der Regel besonders belastet durch gesellschaftliche, familiäre Faktoren und eine negative Berufsperspektive auf der anderen Seite. Unsere Aufgabe sehen wir daher darin, den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten zur konstruktiven Lebensbewältigung und Konfliktregelung jenseits von Suchtverhalten zu vermitteln. Die Entwicklung eines positiven Selbstbildes und die Ich-Stärkung stehen für uns im Vordergrund. Neben der Gesundheitserziehung im herkömmlichen Sinne legen wir daher besonderen Wert auf die Förderung der sozialen und emotionalen Identität. Diese Förderung kann nicht punktuell erfolgen, sondern muss kontinuierlich fortlaufend und fächerübergreifend gestaltet werden. Dazu gehört zum Beispiel:

  • der bewusste Umgang mit Gefühlen und die Befähigung Empfindungen sprachlich auszudrücken
  • die Wahrnehmung als eigenständige Person mit individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Vorstellungen
  • die Auseinandersetzung mit Bedürfnissen und Funktionen des Körpers, die Veranschaulichung von Einflüssen der Natur, Umwelt und des sozialen Klimas auf die körperliche und emotionale Befindlichkeit
  • Entwicklung eines Körpergefühls, sich über Körpererfahrungen austauschen
  • sich in andere Personen hineinversetzen (Empathie)
  • der konstruktive Umgang mit Konflikten
Zielvorstellungen:

Um den Erfolg präventiver Maßnahmen besser gewährleisten zu können, ist die Einbeziehung und Beratung von Eltern sowie die Vermittlung von außerschulischen Beratungsangeboten wünschenswert. Weiterhin ist eine engere Kooperation zwischen Schule und außerschulischen Institutionen auszuweiten. Durch die stärkere Vernetzung der Anbieter sowie den Abbau der Schwellenängste soll den Schülern die Nutzung der bestehenden Angebote erleichtert werden. Regelmäßig wiederkehrende Projekttage unter Einbeziehung von Fachleuten sollten installiert werden.

2.3 Gewaltprävention und Gewaltintervention

Die unter dem Punkt 2.2 zusammengefassten Annahmen und Ansätze pädagogischen Handelns gelten auch für den Bereich der Gewaltprävention.

Um dieser Gewalt zu begegnen, haben wir folgende Maßnahmen eingeführt:

  • In jeder Klasse wurde ein Klassenrat im Umfang von einer Wochenstunde eingeführt. Hier sollen Probleme aller Art besprochen werden und die Schüler/innen sollen möglichst selbstständig Lösungen für diese Schwierigkeiten finden.
  • Möglichkeiten einer aktiven Pausengestaltung (Spielgeräte, Billard, Tischkicker, Tischtennis)
  • Es werden pädagogische Konferenzen und bei Bedarf Klassenkonferenzen durchgeführt.
  • Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Öffnung nach außen. Die Schule kooperiert mit dem Allgemeinen Sozialdienst, mit der Polizei und weiteren externen Fachleuten.
  • Von den Lehrkräften wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt, der bei Fehlverhalten zum Tragen kommt. Dieser Katalog wurde von der Schulkonferenz verabschiedet und dann den Schülern, Schülerinnen und Eltern erläutert. Die Lehrkräfte achten auf eine konsequente Durchsetzung dieser Maßnahmen.
Maßnahmenkatalog bei Missachtung von Schulordnung und Pausenregeln

Bei schriftlichen Missbilligungen ist der Maßnahmenkatalog als Kopie im Anhang beizufügen.

ProblemverhaltenMaßnahmen
Anweisungen ignorierenHäufigkeitsliste im Lehrerzimmer,- bei fünfmaligem Fehlverhalten erfolgt mdl./schriftl. Missbilligung,- mit der ersten Missbilligung erfolgt ein pädagogisches Gespräch mit dem SL,- bei drei Missbilligungen wird ein schriftl. Verweis ausgesprochen,- im Extremfall können Anweisungen unter Zuhilfenahme der Polizei durchgesetzt werden.
Verweigerung im UnterrichtMöglichkeiten (ohne Rangabfolge):- Differenzierung nach Ort,- versäumte Unterrichtszeit nacharbeiten,- Gespräch mit SchülerIn, Benotung transparent machen,- Vertrag mit SchülerIn,- schriftl. Benachrichtigung der Eltern,- Elterngespräch.
zu spät kommen– Verspätungen statistisch erfassen (Klassenbuch, Liste),- bei Häufung (dreimalige Verspätungen in einer Woche) erfolgt Elterninformation,- bei der zweiten schriftl. Elternbenachrichtigung wird ein Elterngespräch geführt,- bei weiteren Verspätungen wird eine schriftl. Missbilligung ausgesprochen.
Schulschwänzen (Absentismus)– Dokumentation der Fehltage, Sammeln der Entschuldigungsschreiben,- frühzeitige schriftl. Benachrichtigung der Eltern und Einbindung des Jugendamtes,- evt. Bringedienst der Eltern,- Androhung von Ordnungsmaßnahmen,- Anordnung und Durchführung der Ordnungsmaßnahmen.
fehlendes SchulmaterialMöglichkeiten (ohne Rangabfolge):- Benachrichtigung der Eltern,- Methodenkompetenztraining,- für jedes verlorene oder zerstörte/weggeworfene Arbeitsblatt sind 10 Cent zu zahlen.
verbale Gewalt gegen SchülerInnenMöglichkeiten (ohne Rangabfolge):- Einzelgespräch,- Streitformular bearbeiten,- Gespräch zwischen den betroffenen Schülern,- Klassenrat,- mdl./schriftl. Entschuldigung.
verbale Gewalt gegen LehrerInnen– schriftl. Entschuldigung des Schülers,- schriftl. Missbilligung.
körperliche Gewalt– potenziell aggressive Schüler und Schülerinnen während der Pause beschäftigen(Pausenangebote),- Aufforderung aufzuhören, sonst Maßnahmenkatalog (s. Missachtung von Anweisungen),- „Stopp-Regel“ einführen,- Isolation/ Auszeit- Ausschluss vom Unterricht für einen Tag,- Benachrichtigung der Eltern oder Einbestellung der Eltern,- Streitformular, das von Täter und Opfer im Vorwege eines gemeinsamen Gesprächs mit einer Lehrkraft ausgefüllt werden muss,- Zusammenarbeit mit der Polizei. 
Prävention:
– Defending-Kurs einmal jährlich,
– Projektwoche gegen Gewalt,
– Transparenz der Maßnahmen,
– Mediatorenprogramm,
– Zusammenarbeit mit der Polizei.
Gebrauch von Waffenbei Hinweisen auf Waffenbesitz – Waffe einziehen,- Polizei informieren,- Eltern einbestellen,- Klassenkonferenz.
DiebstahlPräventiv:Polizei in die Schule einladen,- Polizei benachrichtigen,- Wiedergutmachung (Reparatur, Ersatz),- vorsorglich wertvolle Dinge zu Hause lassen (Information auf Elternabenden),- Gespräch zwischen Opfer und Täter (Eltern involvieren).
Zerstörung fremden Eigentums– Reparatur/ Ersatz,- Arbeitsdienst für die Allgemeinheit.
Verursachung von Verschmutzungen– selbst verursachte Verschmutzung beseitigen,- wird die Anweisung dazu ignoriert, s.o. Maßnahmenkatalog,- regelmäßiger Reinigungsdienst des Gebäudes durch die Schulklassen.
Verlassen des SchulgeländesPräventiv: attraktive Pausenangebote,- Strich in der Liste,- bei fünf Strichen schriftliche Missbilligung,- bei drei Missbilligungen Klassenkonferenz,- der Klassenkonferenz bleibt das weitere Vorgehen vorbehalten, sollte es weiterhin zu Verstößen der Schulordnung kommen.

Stand: April 2006

3. Unser Bildungskonzept

Die in der Literatur und den Lehrplänen betonten Gedanken zur Handlungsorientierung, Fachorientierung sowie Entwicklungsorientierung und die 20 Leitthemen stellen die Kernpunkte für unser Bildungskonzept dar, das wir in unserer Schule zu verwirklichen suchen.

Da die einzelnen Aspekte sich teilweise stark überschneiden bzw. sich gegenseitig bedingen, ist eine Verknüpfung der Sach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz unter Berücksichtigung der Leitthemen im Unterricht immer vorhanden und erstrebenswert.

Welche der Förderschwerpunkte – Lernen, Sprache, emotionale/soziale Entwicklung, autistisches Verhalten, geistige Entwicklung, körperliche/motorische Entwicklung, Hören und Sehen- dabei Berücksichtigung finden, ist abhängig von jedem einzelnen Schüler und seiner individuellen Lernausgangslage. An unserer Schule und dem Wirkungsfeld unseres Förderzentrums sind die Schwerpunkte der Förderung vornehmlich in den Bereichen Lernen, Sprache, emotionale/ soziale Entwicklung sowie körperliche und geistige Entwicklung zu finden.

3.1 Unterricht

Welcher der o.g. Schwerpunkte im Unterricht im Mittelpunkt steht, hängt also vom Thema, der Lerngruppe bzw. dem einzelnen Schüler ab.

Unsere Orientierung an den 20 Leitthemen (LP S.17ff) soll dazu führen, dass wir unseren SchülerInnen nicht nur isoliertes Wissen vermitteln, sondern durch sinnvolle Verknüpfungen und die Verbindung aller Lernebenen ihre Sach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz aufbauen und fördern. Dabei ist das Konzept der Grundbildung (LP S.13) das höchste Ziel unserer Arbeit, denn 

  • die Vielfalt der natürlichen und gesellschaftlichen Wirklichkeit, in der
    sie leben, differenziert wahrzunehmen, zu empfinden und zu
    beurteilen,
  • das Eigene zu schätzen, das Fremde anzuerkennen und sich mit
    anderen darüber verständigen zu können,
  • Wege verantwortbaren Handelns zu finden und dabei mit anderen
    zusammenzuwirken,
  • der eigenen Erfahrung zu folgen, kritisch zu urteilen, Informationen
    sinnvoll zu nutzen,
  • eigene Ausdrucksmöglichkeiten zu entwickeln und gestaltend
    umzusetzen,
  • Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und die eigene
    Persönlichkeit zu entwickeln,
  • Lernen als Teil des Lebens zu begreifen trägt zur Entfaltung der
    geistigen, seelischen und körperlichen Fähigkeiten unserer
    Schüler/innen bei
    (Sonderpädagogische Förderung, Anhörungsfassung, S. 13).
3.1.1 Förderung grundlegender Qualifikationen

Der Schwerpunkt des Lehrauftrages unseres Förderzentrums wird bestimmt durch das Lehren der Grundfertigkeiten für den Erwerb der Kulturtechniken. Lesen, Schreiben und Rechnen nehmen zeitlich und inhaltlich eine zentrale Stellung ein (Sachkompetenz).

Ermöglicht wird die Vermittlung grundlegender Fertigkeiten durch die Anbahnung und Förderung der Selbst- und Sozialkompetenzen. Die Vermittlung der Methodenkompetenz bedeutet in diesem Zusammenhang die Schüler zu befähigen sich selbst zu organisieren, das heißt z.B. die notwendigen Arbeitsmaterialien in entsprechender Form zu führen und mit ihnen selbstständig arbeiten zu können. Die Selbstkompetenz sollte durch die Stärkung der Persönlichkeit, das Erkennen der eigenen Leistungsfähigkeit sowie durch die Fähigkeit zur Selbstreflexion vermittelt werden. Dies dient als Grundlage sich als gleichberechtigtes Mitglied einer Gruppe zu sehen und mit anderen arbeiten zu können (Sozialkompetenz). Zur Verbesserung der Feedbackkultur an unserer Schule dient der wöchentlich stattfindende Klassenrat, die Einbindung der Schüler und Schülerinnen in Unterrichtsplanung und Unterrichtsauswertung durch Rückmeldebögen sowie die Anbahnung angemessener Kritik untereinander.

Die Anbahnung und Förderung von Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit bestimmen den Erziehungsauftrag der Schule.

3.1.2 Methodische Überlegungen zum Unterricht

Über die methodische Gestaltung der Unterrichtsarbeit sollte jede Lehrkraft auf der Grundlage des Lehrplans in eigener Verantwortung selbst entscheiden können. Der im August 2002 in Kraft getretene Lehrplan Sonderpädagogische Förderung stellt den Einsatz geöffneter Unterrichtsformen in den Vordergrund. Dennoch sollten weiterhin bewährte, tradierte Unterrichtsformen z.B. bei verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen zum Einsatz kommen. Ein stärker strukturierter Unterricht kann in manchen Fällen diesen Schülern einen äußeren Halt und festen Orientierungsrahmen bieten.

3.1.3 Bezug zum Lehrplan Sonderpädagogische Förderung

Der Lehrplan Sonderpädagogische Förderung unterteilt nicht mehr in sonderpädagogische Spartenschulen, sondern nennt dagegen neun Förderschwerpunkte, die grundsätzlich unter Berücksichtigung dreier zentraler Entwicklungsbereiche (Wahrnehmung und Bewegung, Sprache und Denken, Personale und soziale Identität) umgesetzt werden sollen. Unser Förderzentrum befasst sich vornehmlich mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Seit einigen Jahren nimmt der Anteil verhaltensauffälliger Schüler/innen an unserer Förderschule kontinuierlich zu, so dass in Zukunft der Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung gleichberechtigt neben dem Förderschwerpunkt Lernen berücksichtigt werden muss. Der häufig im Vordergrund stehende Förderschwerpunkt der emotionalen und sozialen Entwicklung verlangt nach einem viel höher anzusetzenden und veränderten Personalschüssel. Im Rahmen der Beschulung von Kindern mit diesem Förderschwerpunkt sollte über die Einrichtung pädagogischer Teams (Sonderschullehrkraft + Erzieher) ähnlich dem Vorbild der Schule für Geistigbehinderte nachgedacht werden. Der Förderschwerpunkt Sprache wird derzeit in Form von Diagnostik/ Beratung vorschulischer Einrichtungen und Förderstunden an der Grundschule abgedeckt.

Die konkrete Umsetzung des Lehrplanes erfolgt durch ein spezifisch für unser Förderzentrum auf der Grundlage der 20 Leitthemen entwickeltes Curriculum. Dieser schulinterne Lehrplan wird regelmäßig überarbeitet.

3.2 Inklusion

Im Rahmen der Förderzentrumsarbeit betreut die Wilhelm-Busch-Schule zurzeit 31 Inklusions- bzw. Präventionsmaßnahmen an fünf verschiedenen Grundschulen und drei Gemeinschaftsschulen.

Ziel der Inklusions- und Präventionsklassen ist es, Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogische Förderschwerpunkte gemeinsam zu unterrichten, damit sie in ihrer räumlichen und sozialen Umgebung verbleiben, miteinander leben und voneinander lernen.

3.2.1 Inklusion in der Primarstufe

Inklusion von behinderten und nicht behinderten Kindern der Grundschule stellt das Erlernen der Kulturtechniken in den Vordergrund. Binnendifferenzierte und offene Formen ermöglichen den Teams die heterogenen Lernausgangslagen der Schüler und Schülerinnen im gemeinsamen Unterricht aufzugreifen und somit sonderpädagogische Aspekte der Förderung verstärkt einzubinden.

3.2.2 Inklusion in der Sekundarstufe

Anders als in der Grundschule verändert sich das Anforderungsprofil inklusiver Arbeit in der Sekundarstufe. In den weiterführenden Schulen trifft man häufiger auf lehrerzentrierten Fachunterricht bei einem wachsenden Fächerkanon. Auch die für den inklusiven Unterricht notwendigen offenen Unterrichtsformen werden nur selten angewendet. Durch die sich weiter öffnende Leistungsschere in Verbindung mit dem lehrerzentrierten Fachunterricht wird die Trennung der Lerngruppe zunehmend forciert.

3.2.3 Anforderungen an die Lehrkräfte

Die in den letzten Jahren ständig gewachsene Anzahl von Inklusionsklassen zeigt, dass die Förderschule die Inklusionsarbeit als einen Schwerpunkt ihrer Arbeit betrachtet und diese Arbeit in der Vergangenheit auch erfolgreich war, da viele Schulen aus dem Verbund ihre inklusive Arbeit ausgebaut haben.

Die Arbeit in den Inklusionsklassen setzt eine hohe Flexibilität der Kollegen voraus:

Sie müssen

  • sich immer wieder neu auf diverse fachliche Anforderungen einstellen,
  • die Schülerinnen und Schüler mit zum Teil drei bis vier verschiedenen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten in einer Klasse optimal fördern,
  • sich in der Zusammenarbeit häufig auf neue Lehrkräfte in der Regelschule einstellen,
  • am Schulvormittag den Einsatzort wechseln und in diesen „Pausen“ permanent den Zeitdruck ertragen,
  • sich besonders in der Sekundarstufe auf einen breiteren Fächerkanon einstellen.

Die Lehrerinnen und Lehrer des Förderzentrums sind in zwei Kollegien „zu Hause“. Daraus resultieren Probleme wie doppelte Konferenzen, Aufgabenverantwortung, Mitbestimmung etc.

3.3 Prävention

Prävention zielt darauf, dem Entstehen eines sonderpädagogischen Förderbedarfs vorzubeugen bzw. weitergehenden Auswirkungen eines bestehenden Förderbedarfs entgegenzuwirken.

Präventive Maßnahmen finden an unserer Schule in folgenden Bereichen statt:

  • Präventive sonderpädagogische Förderung von Schülern und Schülerinnen in den Klassenstufen 1 und 2 der Grundschule im Rahmen von präventiven Maßnahmen
  • Sprachheilpädagogische Behandlung im vorschulischen Bereich im Einzugsgebiet (ab 4 Jahre)
  • Sprachheilpädagogische Intensivmaßnahmen – ein halbes Jahr vor Einschulung
  • Kreisfachberatung im Bereich körperliche und motorische Entwicklung
  • Beratung im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung (Erziehungshilfe)
  • Händigkeitsberatung

4. Ausblick

In der Sonderpädagogik vollzieht sich ein vielschichtiger Wandel. Die Fortführung und der Ausbau der inklusiven Beschulung stoßen an schulorganisatorische Grenzen eines Förderzentrums. Zudem stellen die Kinder und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung neue Anforderungen an den Unterricht.

Die Durchführung, der an das Förderzentrum gestellten Aufgaben gestaltet sich zunehmend schwierig, da der Umfang der Aufgaben bei gleichbleibender Stundenzuweisung nur begrenzt zu leisten ist. Es ist zu überprüfen, wie Wünschenswertes und Machbares in Einklang zu bringen sind.

Um eine Grundversorgung von bedürftigen Kindern zu gewährleisten, ist deren Teilnahme an einem Mittagessen in der Mensa zu ermöglichen. Der derzeitige Preis pro Mahlzeit übersteigt leider häufig immer noch die finanziellen Möglichkeiten sozialschwacher Familien (Kinderarmut). Über das Teilhabepaket kann die Versorgung gewährleistet werden.

Die Umsetzung des Lehrplanes verlangt eine Abkehr vom traditionellen Fächerkanon hin zu einem ganzheitlichen Vorhaben- und Projektunterricht, der sich an den 20 Leitthemen orientiert.

Seit 2009 gibt es schriftliche Prüfungen zum Ersten Schulabschluss (ESA), die für unsere Förderschüler verbindlich sind, die im Rahmen berufsvorbereitender Maßnahmen den Hauptschulabschluss anstreben. Einen besonderen Schwerpunkt stellt das Fach Englisch dar, obwohl es seit drei Jahren auch verbindlich an der Förderschule vorgeschrieben ist.

In wie weit dieses Fach in ein Gesamtkonzept integriert wird, muss noch geklärt werden.

Das Schulprogramm der Wilhelm-Busch-Schule Glinde wurde im Schuljahr 2019/2020 zum letzten Mal überarbeitet und ergänzt. In diesem Schuljahr erfolgt eine Überarbeitung des Programms.

5. Zielsetzungen und Teilziele des Schulprogramms

Thema: Förderschwerpunkt Lernen/ Unterricht
Ziele/Teilzielein Planungerreichtteilweise erreichtnicht erreichtBemerkungen/ weiteres Vorgehen
Umsetzung des neuen Lehrplans durch schulinterne LernplanungXSchulinterne Lernplanung wurde abgeschlossen
Hausaufgabenhilfe nach den UnterrichtszeitenX 4mal wöchenlich
IndividualisierungXSonder-pädagogische Förderpläne für alle Schüler
Ritualisierung des Schuljahres durch regelmäßige VeranstaltungenXSchulfest, Lauftag, 2 Projektwochen, Weihnachtsfeier, regelmäßige Klassenfahrten, Praktikumswochen etc.
Schaffung entsprechender räumlicher LernvoraussetzungenXNeubau Januar 2010 bezogen
Englisch als RegelfachXEnglisch wird in allen Klassenstufen angeboten
Thema: Gewaltprävention/Erziehungshilfe
Ziele/Teilzielein Planungerreichtteilweise erreichtnicht erreichtBemerkungen/weiteres Vorgehen
Neugestaltung des PausenhofesXWeitergestaltung in Planung
Einrichtung eines PausenraumesXNutzung der Pausenhalle
individuelle Förderung verhaltensgestörter Schüler außerhalb des KlassenverbandesXXStunden aus der EZH nach Klassenkonferenz;Durchgangsklasse
Einrichtung des Klassenrats in der StundentafelXim Stundenplan gesteckt
Zusammenarbeit mit der Polizei, Vereinen etc.XXOffene GTS
Zusammenarbeit mit Institutionen für ErziehungshilfeX
Gestaltung aktiver Pausenx
Berufshinführung/Berufskunde
Ziele/ Teilzielein Planungerreichtteilweise erreichtnicht erreichtBemerkungen/ weiteres Vorgehen
Schaffung einer flexiblen AusgangsphaseXnoch nicht in Angriff genommen
LangzeitpraktikaXnur im Einzelfall umgesetzt
Erhöhung der Stundenzahl für Berufskunde in Klassenstufe 8 und 9XMangelnde Ressourcen
Überarbeitung der PraktikumsmappeXAbgeschlossen
Lebensplanordner ab Klassenstufe 8Xin Arbeit
SchuldnerberatungX
Integration
Ziele/ Teilzielein Planungerreichtteilweise erreichtnicht erreichtBemerkungen/ weiteres Vorgehen
ausgeglichene Stundenzuteilung Förderschüler / I-SchülerXfehlende Ressourcen
mehrere I-Maßnahme pro Klassenstufe in verschiedenen VerbundschulenX
regelmäßige Dienstversammlungen zum Thema IntegrationX2 Integrationskonferenzen im Schuljahr
Überarbeitung des IntegrationskonzeptesXin Arbeit
Sprachheilpädagogik/Prävention
Ziele/ Teilzielein Planungerreichtteilweise erreichtnicht erreichtBemerkungen/ weiteres Vorgehen
regelmäßige Diagnostik, Beratung und Elternabende in den Kitas des EinzuggebietesXNur noch 3 Lwstd für Sprachheilpädagogik ausgewiesen
Aufstockung der Lwstd für SprachheilunterrichtXDRINGEND NOTWENDIG
Intensivierung Zusammenarbeit Kigas und GrundschulenXDurch Beratung der GS und Kigas
Implementierung des SPRINT- Konzeptes in Kitas und GrundschulenXAblauf der Diagnostik bereits geklärt
Mehr Lwstd für SX
Ausbildungsschule
Ziele/ Teilzielein Planungerreichtteilweise erreichtnicht erreichtBemerkungen/ weiteres Vorgehen
Weiterbildung zur AusbildungslehrkraftX
regelmäßige Ausschreibung von Ausbildungsplätzen an Förderschule und in der IntegrationXWird halbjährig durchgeführt
Professionalisierung in einzelnen Fachrichtungen, Bildung von AusbildungsteamsX